Rechercheprotokoll Teil 1
Recherche mit Euria im Juni 2026 zum Thema Web-Journal. Ich war auf der Suche nach einer Möglichkeit ohne Datenbank ein simples Journal einzurichten. Die Konversation fand an einem Sonnatgnachmittag statt und dauerte mit kurzen Pausen etwa 3 Stunden.
Datum: 22. Juni 2026
Nutzer: Thomas Bähler
Assistent: Euria (Infomaniak AI)
Nutzer: Was sind die Unterschiede zwischen den Textformatierungen Mark up und Mark down?
Euria: Es gibt kein etabliertes Textformatierungsverfahren namens „Mark up“ im Gegensatz zu Markdown; der Begriff „Markup“ (ausgeschrieben) ist vielmehr der Oberbegriff für alle Auszeichnungssprachen, zu denen auch Markdown gehört.
Markdown ist eine spezifische, leichtgewichtige Markup-Sprache, die darauf ausgelegt ist, mit einfachen Zeichen (wie # für Überschriften oder * für Kursivschrift) lesbar zu bleiben und leicht in HTML umgewandelt zu werden. Wenn man also von „Mark up“ spricht, meint man meist die gesamte Kategorie von Sprachen (wie HTML, XML oder SGML), die Dokumente mit Tags strukturieren, während Markdown eine spezielle, vereinfachte Variante davon ist, die besonders für die Dokumentation und Textverarbeitung beliebt ist.
Der Hauptunterschied liegt also in der Komplexität: Allgemeine Markup-Sprachen wie HTML verwenden oft ausführliche Tags (z. B. <strong>fett</strong>), während Markdown auf minimale Syntax setzt (z. B. **fett**), um den Schreibfluss nicht zu unterbrechen.
Nutzer: Wie bindet man Bilder in eine Markdown Dokument ein?
Euria: Um Bilder in ein Markdown-Dokument einzubinden, verwenden Sie die folgende Syntax:

Die Bestandteile sind:
- Ausrufezeichen (
!): Signalisiert, dass es sich um ein Bild und nicht um einen Link handelt. - Alternativtext (
[...]): Eine kurze Beschreibung des Bildinhalts in eckigen Klammern. Dieser Text wird angezeigt, wenn das Bild nicht geladen werden kann, und ist wichtig für die Barrierefreiheit. - URL (
(...)): Der Pfad oder die Webadresse des Bildes in runden Klammern. Dies kann eine absolute URL (z. B.https://example.com/bild.jpg) oder ein relativer Pfad zu einer Datei in Ihrem Projekt sein. - Optionaler Titel (
"..."): Ein Titel, der oft als Tooltip erscheint, wenn man mit der Maus über das Bild fährt. Dieser Teil kann weggelassen werden.
Beispiel:

Falls sich das Bild lokal auf Ihrem Computer befindet und das Markdown-Dokument im gleichen Ordner liegt, reicht oft der Dateiname:

Nutzer: Können herkömmliche Browser Markdown-Dokumente anzeigen?
Euria: Nein, herkömmliche Webbrowser (wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge) können Markdown-Dateien (.md) nicht nativ als formatierten Text anzeigen. Wenn Sie eine Markdown-Datei direkt im Browser öffnen, wird der Inhalt meist als reiner, unformatierter Text dargestellt, inklusive der Syntaxzeichen (wie # für Überschriften oder ** für Fettgedrucktes).
Um Markdown im Browser korrekt gerendert zu sehen, gibt es folgende Möglichkeiten:
- Konvertierung zu HTML: Markdown muss zunächst in HTML umgewandelt werden. Viele Editoren und Plattformen erledigen dies automatisch im Hintergrund.
- Nutzung von Plattformen: Dienste wie GitHub, GitLab oder Bitbucket rendern Markdown-Dateien automatisch, wenn sie in einem Repository angezeigt werden.
- Browser-Erweiterungen: Es gibt diverse Add-ons für Browser (z. B. "Markdown Viewer" für Chrome oder Firefox), die dem Browser beibringen,
.md-Dateien direkt formatiert darzustellen. - Lokale Editoren mit Vorschau: Programme wie VS Code, Obsidian oder spezielle Markdown-Editoren bieten eine integrierte Vorschau-Funktion, die das gerenderte Ergebnis in einem Browser-Fenster oder einem eigenen Panel anzeigt.
Zusammenfassend benötigt der Browser entweder eine vorbereitete HTML-Version oder ein Hilfsmittel (Erweiterung/Software), um die Markdown-Syntax in lesbares Format zu übersetzen.
Nutzer: Gibt es Frameworks, welche auf einem Webserver ein Journal bereitstellen (Laborjournal, Tagebuch oder ähnlich), welche die einzelnen Einträge als Markdown-Dateien (.md) auf dem Server speichern?
Euria: Ja, es gibt mehrere Frameworks und Content-Management-Systeme (CMS), die genau auf diesem Prinzip basieren. Man nennt diese Kategorie Flat-File-CMS (datenbankfreie CMS). Sie speichern Inhalte direkt als Dateien (meist im Markdown-Format .md) auf dem Server und benötigen keine MySQL- oder andere Datenbank.
Hier sind die bekanntesten und am besten geeigneten Lösungen für ein Laborjournal oder Tagebuch:
1. Grav
Grav ist derzeit eines der populärsten und modernsten Flat-File-CMS.
- Funktionsweise: Jeder Eintrag ist eine
.md-Datei in einer Ordnerstruktur. Metadaten (Datum, Titel, Tags) stehen im "Frontmatter" am Anfang der Datei. - Eignung für Journale: Es gibt diverse Themes, die wie ein Blog oder Tagebuch aussehen. Da es sehr schnell ist und keine Datenbank wartet, eignet es sich hervorragend für reine Text- und Bildprotokolle.
- Besonderheit: Es verfügt über eine eingebaute Caching-Engine und ist sehr erweiterbar durch Plugins (z. B. für Suche oder Galerien).
2. Publii
Publii ist etwas anders aufgebaut: Es ist eine Desktop-App (für Windows, Mac, Linux), mit der Sie Ihre Journale lokal schreiben und verwalten.
- Funktionsweise: Sie schreiben die Einträge lokal als Markdown. Die App generiert statische HTML-Dateien, die Sie dann per FTP/SFTP auf den Webserver laden.
- Vorteil für Labore: Die Daten liegen primär lokal auf Ihrem Rechner (Datenschutz/Backup), und der Server dient nur zur Ausgabe. Das macht es sehr sicher, da der Server selbst kein CMS ausführt, das gehackt werden könnte (statische Seite).
3. Pico
Pico ist ein sehr minimalistisches CMS, das extrem einfach zu installieren ist.
- Funktionsweise: Sie legen einfach
.md-Dateien in einen Ordner auf dem Server, und Pico stellt sie automatisch als Webseite dar. Die Sortierung erfolgt oft über das Datum im Dateinamen oder im Text. - Eignung: Ideal, wenn Sie eine sehr schlichte, schnelle Lösung ohne komplexe Konfiguration wollen. Es gibt Themes, die speziell für Documentation oder Journals optimiert sind.
4. Static Site Generators (SSG) – z. B. Hugo oder Jekyll
Obwohl streng genommen keine CMS im klassischen Sinne (da sie oft lokal bauen), werden sie häufig für Journale genutzt.
- Hugo: Extrem schnell, geschrieben in Go. Sie speichern alles in Markdown, und Hugo baut daraus eine komplette Webseite.
- Jekyll: Der Klassiker (von GitHub Pages genutzt). Sehr viele Themes verfügbar, die wie Tagebücher aussehen.
- Workflow: Sie pushen Ihre Markdown-Dateien in ein Repository (oder auf den Server), und ein Build-Prozess erstellt die Webseite. Für ein reines Laborjournal, bei dem man nachträglich selten etwas ändert, ist dies oft die stabilste Lösung.
Warum eignen sich diese für ein Laborjournal?
- Langzeitarchivierung: Markdown-Dateien sind reiner Text. Sie sind auch in 20 Jahren noch lesbar, selbst wenn die Software nicht mehr existiert.
- Versionskontrolle: Da es einfache Dateien sind, können Sie den gesamten Ordner leicht mit Git versionieren. Jede Änderung an einem Protokoll ist nachvollziehbar.
- Sicherheit: Ohne Datenbank gibt es keine SQL-Injection-Angriffe.
- Performance: Das Laden von Textdateien ist extrem schnell.
Für den Einstieg empfiehlt sich oft Grav, wenn Sie ein klassisches CMS mit Verwaltungsoberfläche im Browser wollen, oder Publii, wenn Sie die Daten lieber lokal verwalten und nur die Ausgabe auf den Server stellen möchten.
Nutzer: Wie gestaltet sich der konkrete Einstieg in die Installation einer Website auf Infomaniak mit dem flat-file-CMS Pico und dem SSG Hugo?
Euria: Der Einstieg für beide Systeme auf Infomaniak ist sehr ähnlich, da beide auf dem Hochladen von Dateien basieren und keine Datenbank benötigen. Der wesentliche Unterschied liegt im Workflow: Pico wird direkt auf dem Server installiert und bearbeitet, während Hugo lokal erstellt und das fertige Ergebnis auf den Server geladen wird.
Hier ist der konkrete Ablauf für beide Varianten:
1. Vorbereitung (für beide Systeme)
Bevor Sie beginnen, benötigen Sie Zugriff auf Ihr Infomaniak Webhosting:
- Loggen Sie sich im Infomaniak Manager ein.
- Gehen Sie zu Ihrem Webhosting und klicken Sie auf FTP / SSH im linken Menü.
- Stellen Sie sicher, dass ein FTP-Benutzer existiert (bei neuen Hostings ist standardmäßig einer vorhanden). Notieren Sie sich Hostname, Benutzername und Passwort.
- Optional, aber empfohlen: Richten Sie im Menü Website hinzufügen eine leere Website ein (z. B.
journal.ihre-domain.ch), falls Sie das Journal nicht auf der Hauptdomain betreiben wollen.
2. Installation von Pico (Flat-File-CMS)
Pico läuft direkt auf dem Server. Sie laden die Software hoch und bearbeiten die Markdown-Dateien dann entweder per FTP oder über das Webinterface (sofern ein Plugin installiert ist).
- Software herunterladen: Laden Sie die neueste Version von Pico CMS als ZIP-Archiv von der offiziellen Website oder GitHub herunter.
- Dateien hochladen:
- Verbinden Sie sich per FTP (z. B. mit FileZilla) oder nutzen Sie den Web FTP im Infomaniak Manager.
- Navigieren Sie in das Hauptverzeichnis Ihrer Ziel-Website (meist
/httpdocsoder der Name Ihres Subdomains-Ordners). - Laden Sie den gesamten Inhalt des entpackten Pico-Archivs in dieses Verzeichnis hoch.
- Ersteinrichtung:
- Rufen Sie Ihre Domain im Browser auf (z. B.
https://journal.ihre-domain.ch). - Pico prüft automatisch die Berechtigungen. Da Infomaniak-Server standardmäßig gut konfiguriert sind, sollte die Seite sofort laufen.
- Die Startseite ist meist die Datei
content/index.md.
- Rufen Sie Ihre Domain im Browser auf (z. B.
- Einträge erstellen:
- Erstellen Sie neue Einträge, indem Sie per FTP neue
.md-Dateien in den Ordnercontent/hochladen. - Der Dateiname bestimmt oft die URL (z. B.
content/2023-10-27-labortest.mdwird zu.../2023-10-27-labortest). - Der obere Teil der Datei (Frontmatter) enthält Metadaten wie Titel und Datum.
- Erstellen Sie neue Einträge, indem Sie per FTP neue
Vorteil: Sie können Änderungen direkt auf dem Server vornehmen. Nachteil: Sie benötigen zwingend FTP-Zugang oder ein Editor-Plugin im Browser, um Texte zu schreiben.
3. Installation von Hugo (Static Site Generator)
Hugo ist anders: Sie installieren das Programm nicht auf dem Infomaniak-Server. Sie bauen die Seite lokal auf Ihrem Computer und laden nur das fertige HTML-Ergebnis hoch.
- Lokale Installation:
- Installieren Sie Hugo auf Ihrem eigenen Computer (Windows, Mac oder Linux). Dies ist ein einmaliger Schritt.
- Erstellen Sie lokal ein neues Projekt:
hugo new site laborjournal. - Wählen Sie ein Theme (Vorlage) aus und installieren Sie es im lokalen Ordner.
- Inhalte erstellen:
- Schreiben Sie Ihre Einträge lokal als Markdown-Dateien im Ordner
content/Ihres Projekts. - Nutzen Sie den lokalen Befehl
hugo server -D, um die Seite live im Browser zu testen, während Sie schreiben.
- Schreiben Sie Ihre Einträge lokal als Markdown-Dateien im Ordner
- Seite bauen (Build):
- Wenn Sie fertig sind, führen Sie den Befehl
hugoin Ihrem Projektordner aus. - Hugo generiert einen Ordner namens
public(oder ähnlich), der ausschließlich statische HTML-, CSS- und Bilddateien enthält.
- Wenn Sie fertig sind, führen Sie den Befehl
- Upload zu Infomaniak:
- Verbinden Sie sich per FTP mit Ihrem Infomaniak Hosting.
- Löschen Sie eventuelle alte Dateien im Zielverzeichnis (z. B.
/httpdocs). - Laden Sie den gesamten Inhalt des lokalen
public-Ordners auf den Server hoch. - Tipp: Da es sich nur um statische Dateien handelt, können Sie den lokalen
public-Ordner auch als ZIP komprimieren, hochladen und im Infomaniak Web FTP wieder entpacken.
Vorteil: Der Server ist extrem sicher (keine ausführbare Software wie PHP nötig, falls Sie es so konfigurieren), und Sie haben eine komfortable Schreibumgebung lokal. Nachteil: Für jede kleine Änderung müssen Sie den Build-Prozess lokal starten und Dateien neu hochladen.
Zusammenfassung der Unterschiede im Infomaniak-Kontext
| Merkmal | Pico CMS | Hugo SSG |
|---|---|---|
| Installationsort | Direkt auf Infomaniak Server (via FTP) | Lokal auf Ihrem PC |
| Server-Anforderung | PHP wird benötigt (bei Infomaniak Standard) | Keine (nur statische Dateien) |
| Workflow | Datei schreiben → FTP Upload → Fertig | Datei schreiben → Lokal "Build" → FTP Upload |
| Bearbeitung | Oft direkt per FTP oder Editor-Plugin | Lokaler Editor (VS Code, Obsidian, etc.) |
| Geschwindigkeit | Sehr schnell (kein DB-Query) | Extrem schnell (reines HTML) |
Für ein reines Laborjournal, bei dem Sie vielleicht auch mal von einem anderen PC aus schnell einen Eintrag hinzufügen wollen, ist Pico oft der einfachere Einstieg, da Sie nur eine Textdatei hochladen müssen. Wenn Sie jedoch Wert auf maximale Sicherheit und eine professionelle lokale Schreibumgebung legen, ist Hugo die nachhaltigere Lösung.
Nutzer: Pico CMS ist schon offensichtlich schon länger ein "END OF LIFE NOTICE" auf der Download-Seite.
Euria: Sie haben völlig recht, vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis. Die Entwicklung von Pico CMS (insbesondere der Hauptzweig Pico 2.x) ist in der Tat sehr ruhig geworden, und es gibt keine aktiven Ankündigungen für eine große Nachfolgeversion (Pico 3.0), was für ein Laborjournal mit langfristigen Anforderungen ein Risiko darstellt.
Da Sie eine zukunftssichere, aktive und einfache Lösung für Infomaniak suchen, sind hier die besten aktiven Alternativen, die ebenfalls als Flat-File-CMS funktionieren und Markdown nutzen:
1. Grav CMS (Die beste direkte Alternative)
Grav ist derzeit der Industriestandard für moderne Flat-File-CMS. Es ist aktiv entwickelt, sicher und extrem schnell.
- Warum es besser ist als Pico: Es hat ein riesiges Ökosystem an Plugins und Themes, eine eingebaute Benutzerverwaltung (Admin-Panel optional als Plugin) und wird regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgt.
- Installation auf Infomaniak: Genau wie bei Pico laden Sie die ZIP-Datei per FTP hoch. Da Infomaniak aktuelle PHP-Versionen unterstützt, läuft Grav dort out-of-the-box.
- Für Ihr Laborjournal: Es gibt spezielle "Blog"- oder "Documentation"-Themes, die sich perfekt für chronologische Einträge eignen. Sie können Texte entweder per FTP als Markdown bearbeiten oder das optionale Admin-Plugin installieren, um Einträge bequem im Browser zu schreiben.
2. Publii (Die sicherste "Desktop"-Lösung)
Publii ist ein CMS, das auf Ihrem Computer installiert wird (Windows/Mac/Linux). Sie schreiben die Einträge lokal, und die Software lädt nur statische HTML-Dateien auf den Infomaniak-Server.
- Vorteil: Der Server benötigt kein PHP und keine Datenbank. Das macht die Seite unkaputtbar gegen Hackerangriffe auf das CMS selbst, da es auf dem Server nichts zu hacken gibt.
- Workflow: Sie öffnen die App auf Ihrem Laptop, schreiben den Eintrag in Markdown, klicken auf "Sync", und Publii überträgt die Dateien per FTP/SFTP zu Infomaniak.
- Eignung: Ideal, wenn Sie das Journal primär von einem festen Gerät aus pflegen und maximale Sicherheit wollen.
3. WordPress mit "Flat File" Plugin (Der Kompromiss)
Falls Sie doch eine grafische Oberfläche im Browser bevorzugen, aber keine Datenbank pflegen wollen: Es gibt Plugins wie Pressmatic oder Ansätze, WordPress im "Headless"-Modus zu betreiben, aber das ist oft komplexer als nötig.
- Empfehlung: Für ein reines Markdown-Journal ist dies meist zu schwergewichtig. Bleiben Sie bei Grav oder Publii.
4. Hugo / Jekyll (Die Entwickler-Lösung)
Wie zuvor erwähnt, bleiben diese Static Site Generators eine hervorragende Option, wenn Sie keine Software auf dem Server laufen lassen wollen.
- Status: Beide sind extrem aktiv und weit verbreitet.
- Unterschied zu Pico: Sie müssen die Seite lokal "bauen". Es gibt kein CMS auf dem Server, das Ihnen eine Schreibmaske bietet.
Konkrete Empfehlung für den Neustart
Wenn Sie eine Lösung suchen, die Pico am ähnlichsten ist (Dateien auf dem Server, einfache Struktur), aber aktiv gepflegt wird:
Nehmen Sie Grav CMS.
Der Einstieg auf Infomaniak ist fast identisch zu dem geplanten Pico-Weg:
- Laden Sie das Grav Core (oder die Version mit Admin-Panel) von getgrav.org herunter.
- Entpacken Sie es und laden Sie den Inhalt per FTP in Ihr Infomaniak-Verzeichnis (
/httpdocs). - Rufen Sie die Seite auf. Der Setup-Assistent führt Sie durch die ersten Schritte.
- Installieren Sie ein Blog-Theme (z. B. "Quark" oder "Blog") und legen Sie los.
Grav speichert jede Seite als .md-Datei im Ordner /user/pages. Sie können also genau wie bei Pico jederzeit direkt in diese Dateien eingreifen, haben aber zusätzlich die Sicherheit eines aktiven Projekts.
Nutzer: ich würde anstelle von Pico gerne typemill auf meinem Infomaniak Webserver testen. was sind die ersten Schritte?
Euria: Das ist eine hervorragende Wahl. Typemill ist ein modernes, aktives Flat-File-CMS, das speziell für dokumentenorientierte Seiten (wie Handbücher, Journale oder Blogs) entwickelt wurde und sich durch eine klare Zweispalten-Ansicht (Navigation links, Inhalt rechts) auszeichnet. Da es auf PHP basiert (genau wie Pico oder Grav), lässt es sich auf Ihrem Infomaniak Webhosting ohne Probleme betreiben.
Da Typemill nicht als "Ein-Klick-Installation" im Infomaniak App-Menü verfügbar ist, erfolgt die Installation manuell per FTP. Hier sind die konkreten ersten Schritte:
1. Vorbereitung im Infomaniak Manager
Bevor Sie Dateien hochladen, stellen Sie sicher, dass das Ziel bereit ist:
- Loggen Sie sich im Infomaniak Manager ein.
- Gehen Sie zu Webhosting und wählen Sie Ihr Produkt aus.
- Klicken Sie im linken Menü auf Website hinzufügen, falls Sie das Journal auf einer eigenen Subdomain (z. B.
journal.ihre-domain.ch) betreiben möchten. Wählen Sie "Leere Website erstellen" und aktivieren Sie das kostenlose SSL-Zertifikat (Let's Encrypt). - Notieren Sie sich Ihre FTP-Zugangsdaten (Menüpunkt FTP / SSH). Sie benötigen Hostname, Benutzername und Passwort.
2. Typemill herunterladen
- Besuchen Sie die offizielle Website typemill.net oder das GitHub-Repository.
- Laden Sie die neueste stabile Version als ZIP-Archiv herunter ("Download" oder "Releases").
- Entpacken Sie das Archiv auf Ihrem lokalen Computer. Sie erhalten einen Ordner mit Dateien wie
index.php,settings.yaml(oder ähnlich) und Unterordnern fürcontent,themeundsystem.
3. Dateien auf den Infomaniak Server übertragen
- Verbinden Sie sich mit Ihrem FTP-Programm (z. B. FileZilla) oder nutzen Sie den Web FTP direkt im Infomaniak Manager.
- Navigieren Sie in das Hauptverzeichnis Ihrer neuen Website. Bei Infomaniak ist dies meist der Ordner
/httpdocsoder ein Ordner, der den Namen Ihrer Subdomain trägt.- Wichtig: Das Verzeichnis sollte leer sein (bis auf eine eventuelle Standard-
index.htmlvon Infomaniak, die Sie löschen können).
- Wichtig: Das Verzeichnis sollte leer sein (bis auf eine eventuelle Standard-
- Laden Sie den gesamten Inhalt des entpackten Typemill-Ordners (alle Dateien und Unterordner) in dieses Verzeichnis auf dem Server hoch.
- Tipp: Wenn Sie viele kleine Dateien haben, kann es schneller gehen, das Typemill-Archiv lokal erneut als ZIP zu packen, dieses eine ZIP hochzuladen und es dann im Infomaniak Web FTP per Rechtsklick zu "extrahieren".
4. Die Installation im Browser abschließen
- Rufen Sie Ihre Domain oder Subdomain im Browser auf (z. B.
https://journal.ihre-domain.ch). - Typemill erkennt, dass es neu installiert ist, und startet den Installations-Assistenten.
- Folgen Sie den Schritten:
- Systemprüfung: Typemill prüft, ob die PHP-Version auf Ihrem Infomaniak Server kompatibel ist (Infomaniak nutzt aktuelle Versionen, was meist problemlos funktioniert).
- Benutzer anlegen: Sie werden aufgefordert, einen Administrator-Benutzernamen und ein Passwort zu vergeben. Dies ist Ihr Zugang für das CMS-Backend.
- Konfiguration: Das System erstellt automatisch die notwendigen Konfigurationsdateien (meist eine
.envodersettings.yamlDatei) auf dem Server.
5. Erste Schritte im CMS
Nach der Installation landen Sie im Dashboard:
- Inhalt erstellen: Klicken Sie auf "Neue Seite" oder "New Content". Typemill speichert jeden Eintrag automatisch als Markdown-Datei im Ordner
contentauf Ihrem Server. - Struktur: Sie können die Reihenfolge der Kapitel im Journal einfach per Drag & Drop im Navigationsbaum ändern.
- Design: Im Menü können Sie unter "Einstellungen" oder "Themes" das Aussehen anpassen. Typemill bringt einige schlichte, professionelle Themes mit, die sich gut für Dokumentation eignen.
Besonderheit bei Typemill:
Im Gegensatz zu Pico legt Typemill großen Wert auf eine visuelle Strukturierung. Die Markdown-Dateien werden im Hintergrund verwaltet, aber Sie arbeiten primär über die benutzerfreundliche Oberfläche im Browser. Wenn Sie dennoch direkt in die Markdown-Dateien auf dem Server eingreifen wollen (z. B. per FTP), finden Sie diese im Ordner content. Das System ist so gebaut, dass es Änderungen an diesen Dateien beim nächsten Aufruf automatisch erkennt und aktualisiert.
Sollten Sie während der Installation eine Fehlermeldung bezüglich "Schreibrechten" (Permissions) erhalten, können Sie im Infomaniak Web FTP oder per FTP-Client die Berechtigungen der Ordner content, cache und settings (falls vorhanden) auf 755 oder 775 setzen. Bei Infomaniak sind die Standardrechte für hochgeladene Dateien jedoch meist bereits korrekt konfiguriert.